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Lifestyle

Zündschnur: Gaffer

Stell dir vor, du läufst mittags durch die Waiblinger Altstadt, hast dir gerade etwas Leckeres zu Essen gekauft und machst dich jetzt auf den Weg zu deinen Freunden, um mit ihnen Mittag zu essen. Plötzlich kommt aus einer Seitenstraße ein Fahrradfahrer, der dich fast überfahren würde, wenn du nicht so schnell aus dem Weg gesprungen wärst. Dabei bist du hingefallen, dein Essen liegt auf dem Boden, dein Knie blutet und du kannst kaum aufstehen. Und der Schmerz ist so groß, dass dir die Tränen in die Augen steigen. Ja, dumm gelaufen, oder?

Der Radfahrer ist, ohne sich nochmal umzusehen, weitergefahren. Die Menschen gucken dich alle mitleidig oder abschätzig an. Manche bleiben stehen und schauen von weiter weg, während sie über dich reden. Eine Person holt sogar unauffällig ihr Handy heraus und filmt dich.
Fühlt sich das nicht toll an, in einer sehr unangenehmen Situation im Mittelpunkt zu stehen mit der Hoffnung, auch noch auf Facebook oder Instagram verewigt zu werden? Und wenn dir dann endlich jemand hilft und dann wirklich was tut, anstatt nur betroffen dazustehen, fällt dir vielleicht auf, wie oft du selber schon stehen geblieben bist, ohne zu helfen, sondern einfach nur um die „Attraktion“ weiterzuverfolgen.

T: Judith Hallauer

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