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Theaterkritik über „Tschick“





Nachdem wir mit der Klasse Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ besprochen hatten, machten wir einen Ausflug ins Stuttgarter Theaterhaus zur Aufführung des gleichnamigen Theaterstücks.
Im Roman schwören sich die beiden 14-jährigen Hauptpersonen Maik und Tschick, die zusammen mit einem geklauten Auto umherreisen, und Isa, ein gleichaltriges Mädchen, das sie auf der Reise kennengelernt hatten, dass sie sich auf einem Berg genau 50 Jahre, nachdem sie dort waren, wiedertreffen werden. An diesem Wiedertreffpunkt spielt das Stück, jedoch wurden die 50 Jahre in 10 Jahre gekürzt. Maik und Isa treffen sich dort, und Maik erzählt Isa, was er und Tschick erlebt hatten, bevor sie Isa kennengelernt hatten und nachdem diese sich verabschiedet hatte. Das Stück besteht hauptsächlich aus Rückblenden in die Zeit, in der Maik den asigen Tschick kennenlernte, sie sich anfreundeten und schließlich in einem geklauten Lada ohne Plan durch Deutschland fuhren und dabei die verrücktesten Menschen und Landschaften zu sehen bekamen.
Am Ende des Stücks stellt sich heraus, dass Tschick acht Jahre zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen war und deshalb nicht kam.
Das Stück war mit nur drei Schauspielern gut umgesetzt. An drei Stellen kamen Maiks Eltern vor und einmal der Senior Horst Fricke, den sie auf der Reise antrafen; die Gesichter der Drei wurden alle in Überlebensgröße an die Wände der Bühnenkulisse projiziert. Diese Wände liefen zum Bühnenende hin spitz zu und waren dort auch niedriger; das ließ die Schauspieler, die als Erwachsene größtenteils Jugendliche spielen mussten, kleiner erscheinen. Die beiden grauen Betonwand-Imitationen waren ein wichtiger Teil des spärlichen Bühnenbilds: Dieses bestand ansonsten nur aus einer Holzschaukel, einem Plastikbottich, der mal einen Pool und mal einen See imitierte, und Kinder-Sandelspielzeug, das aber nur symbolisch herumlag und nicht mit einbezogen wurde. Viel wurde auch mit Kreide an die Wände gemalt.
Es war gut gelungen, das Stück mit so wenig Bühnenbild und Requisiten umzusetzen, das ließ aber auch viel Freiraum zur Interpretation.
Die Schauspieler, vor allem der Tschicks, setzten ihre Rollen hervorragend um, jedoch war Tschicks Rolle in vielen Aspekten übertrieben: Im Roman steht dieser einfach nur still da, während der Lehrer ihn der Klasse vorstellt, im Theater torkelt er herum und übergibt sich sogar auf den Boden. Während er im Buch perfekt Deutsch spricht, zieht er im Stück konsequent einen asigen Akzent durch. Auch die Tatsache, dass Tschick stirbt, passt meiner Meinung nach nicht zum Bild des Autors.
Das Stück war insgesamt trotz einiger Mängel gut gelungen und ich empfehle es weiter, jedoch vor allem für Personen, die den Roman kennen, da das Stück sonst eventuell nicht gut verständlich wäre.

Sven Maser, 8a